es war mal wieder was los bei mir. und zwar richtig.
dienstag:
wir hatten mal wieder einen freien tag, diesesmal wegen dem costaricanischen nationalfeiertag. zwecks hautfarbenanpassung hatten wir den beschluss gefasst an den strand zu gehen. also machten wir uns gegen 7 uhr morgens auf den ca. 30 minütigen weg zur nächsten bushaltestelle und hofften, dass der bus richtung dominical am feiertag auch fahren würde. "wir" waren diesesmal sieben kurzzeiter ohne irgendjemand von den missionaren. das wetter war an diesem tag wirklich was besonderes. man bedenke, dass um diese jahreszeit normalerweise regenzeit ist und es von morgens bis abends wie aus kübeln schütten sollte. der tag war aber nicht nur sehr trocken, sondern noch sehr viel heißer. es war so unglaublich heiß, dass schon allein das blinzeln zu schweißausbrüchen geführt hat.
geschätzte 2 stunden später, also um 9, waren wir da und ich war echt geplättet. dieses kleine kaff ist voll der aussteiger und surfer ort. mega cool. der stand ist echt breit, die palmen haben kokosnüsse und die wellen sind irre hoch. es war so perfekt da, dass ich kaum zeit hatte zum bilder machen
ich hoffe, dass ihr mir das verzeiht.
daniela hat als erstes 2 kokosnüsse geholt und wir haben sie zu zweit angefangen zu schälen. für alle, die es nicht wissen: die teile fallen nicht so von der palme, wie man sie im laden kaufen kann. sie haben noch eine recht dicke faserige schale um die harte schale. als werkzeug dienten uns steine. es war echt mega toll zu den ursprüngen der menschheit zurückzukehren
als ich meine schale erfolgreich zerfetzt hatte, wurde ein taschenmesser zur hilfe genommen und 2 der 3 löcher sorgfältig aufgebohrt. die kokosmilch, die da rauskam hat echt alles übertroffen, was ich je schonmal in richtung kokosgeschmack im mund hatte. getoppt wurde es dann aber durch das fruchtfleisch. leider fehlen mir die worte, um das treffend zu beschreiben, aber es war echt fantastisch.
da es an dem strand ziemlich viele extreeeeeeem coole (achtung: ironie) amis gibt, die einen auf oberchecker und surfer machen, konnte ich mich mit allen auf englisch verständigen. das war mal echt ein gutes gefühl wieder mit anderen menschen, die nicht auf der finca wohnen, kommunizieren zu können! wir haben in einem surferschuppen mittaggegessen und sind dann mit souvenirs, sand in der hose und ich natürlich mit übelstem sonnenbrand, mit dem bus wieder zurückgefahren.
mittwoch:
manche kennen wahrscheinlich die regelung einiger länder, dass man nur ein 3-monats-visum bekommt, nach dieser zeit für 72 stunden ausreisen muss und dann wieder dieses kurz-visum bekommt. das hätte im normalfall auch für mich gegolten. da die costaricanische regierung aber die angewohnheit hat unglaublich gern und oft alle möglichen gesetzte zu ändern, ist es möglich ein 1-jahres-visum zu beatragen. dazu braucht man auch gar nicht viel. das wichtigste ist ein polizeiliches führungszeignis, das von einer deutschen behörde überbeglaubigt und von der costaricanischen botschaft in berlin nochmal beglaubigt ist. dazu wird noch eine internationale (keine normale natürlich) geburtsurkunde mit dem gleichen beglaubigungskram verlangt. einfach, gell!
und damit es eben nicht zu einfach wird, darf man noch (in unserem fall um 4.50 uhr morgens) nach san josé zur kriminalpolizei fahren und seine fingerabdrücke von allen 10 fingern dalassen. dabei werden dann gleich noch soviel daten von einem aufgenommen, wie möglich. dazu gehören z.b. dinge wie tattoos, links- oder rechtshänder, größe, gewicht, augenfarbe, schulbildung, narben, farbe des hauses in dem man wohnt und so weiter. extrem relevant für ein jahresvisum...
damit wir diese prozedur nicht alleine druchmachen mussten, wurde uns der finca-anwalt tellini zur seite gestellt. dieser wirklich sehr nette herr (achtung: keine ironie) beschützte uns nicht nur vor aufdringlichen latinos, sondern brachte uns auch zu einem fotoladen, in dem ich passfotos machen lassen musste. ich hab wirklich NOCH NIE so unscharfe und hässliche bilder von mir gesehen.
jedenfalls waren wir so gegen 10 oder 11 durch den bürokratie salat durch und gingen shoppen 
zu fünft in ein taxi gequetscht ließen wir uns zum casona kutschieren (gleicher laden, wie beim ersten san josé besuch) und kauften uns wundertolle hängematten für umgerechnet 15€.
freitag:
am abend dieses tages fand die abschiedsfeier für melli und steffi, die ihren kurzzeiteinsatz jetzt beendet haben, statt. verbunden wurde die feier mit dem erntedank, was hier eigentlich immer gefeiert werden könnte, weil es nie nichts zu ernten gibt. wir als lernhelfer hatten mit unseren schülern ein paar kleine sachen, wie sketche und lieder, einstudiert und übernahmen somit den hauptteil des abends. im großen und ganzen wars ein netter abend und ich war um die unmenschliche uhrzeit 22.15 im bett. hier ist es halt so, dass ich um spätestens 9 im bett bin und vor 5 wieder aufstehen kann. das wetter macht einen echt fertig. vor allem ist es so stressig, weil es morgens angenehm, mittags unerträglich heiß und abends arschkalt ist.
abgesehen von diesen 3 ereignissen ist alles wie immer. die kinder haben jetzt eine woche ferien und ich hab ein bisschen mehr zeit zum rumgammeln, weil ich die 7 arbeitsstunden am tag zum unterricht vorbereiten nutzen kann/soll/darf. das heißt, ich werd mal wieder meine mails beantworten 
es muss übrigens niemand auf die schüler hier neidisch wegen den ferien sein. bei denen ist es nämlich so, dass das schuljahr im februar beginnt, sie jeweils eine woche an ostern, im juli und eben jetzt ferien haben und sonst durchgehend schule ist. abgesehen natürlich von den ständigen feiertagen und den 2-monatigen(!!) großen ferien im dezember/januar. die nutzen die missionare häufig um in den heimataufenthalt zu gehen.
so, das wars mal wieder. ich wünsch meinen wenigen treuen lesern einen schönen herbst und eine gute zeit!