• rumpeldipumpel...

    am freitag nachmittag gegen 16 uhr hatte ich deutsch mit philipp. wie immer war das von ils vorgegebene thema unglaublich interessant (...), als plötzlich mein tisch anfing zu wackeln. dann klirrten die scheiben. philipp fing an zu grinsen und ich flippte völlig aus. die erde bebte! das erste erdbeben in meinem leben, dass ich richtig mitgekriegt habe!! es war sooooo cool! mein pult stand danach ganze 10 cm weiter links.
    bei unserem herzallerliebsten josia, der den tollsten schweizer dialekt der ganzen welt hat, heißt das dann " 's erdbebelet ". ;D

    was ich heute noch gelernt habe, als wir thomas und patricia zum abendessen eingeladen haben, ist, was eigentlich hochlandkaffee ist. und zwar ist das deswegen so extrem guter kaffe, weil dieses gewächs eigentlich ziemlich gern auf einer höhe von ca. 1100 m wächst und nicht so gern viel regen mag. (die finca liegt auf etwa 700 m)
    dieser hochlandkaffee (meist arabica) wird grundsätzlich besser bezahlt und schmecken tut er anscheinend auch viel toller.

    seit mittwoch sind wir in unserer kurzzeitergruppe jetzt zu zehnt. markus und florian (beide 20) sind schreiner und zimmermann und haben sich sofort super eingelebt. man kommt einfach gut mit ihnen klar und es ist schwer zu glauben, dass sie erst 5 tage hier sind.
    demnächst gibts auch ein foto mit uns allen drauf.

    heute hab ich auch mal wieder mit helen einen kuchen gebacken (schokokuchen, rezept von meinem schwesterchen :wave: ) und der ist echt bombastisch geworden. wir waren so motiviert, dass wir gleich die doppelte menge an teig gemanscht haben. überraschender weise war es dann ECHT viel teig und wir haben einen riesen gugelhupf und einen blechkuchen gemacht. sowas nennt man dann wohl produktiv.

    zum schluss möchte ich noch eine kurze info bzw. eine bitte loswerden. eine missionarsfamilie hier (familie schad, dazu gehört meine backkumpeline helen) hat 2 jungs (philipp, 16 und felix, 14), die jetzt auf eine deutsche privatschule gehen müssen/sollten, um einen schulabschluss zu erhalten, der in deutschland anerkannt ist. sowas ist sehr kostenaufwändig, aber eben auch unbedingt notwendig. die organisation (LiL) kann aber nicht beide jungs finanzieren, deshalb sind schads auf spender angewiesen, die sich dazu bereiterklären 4 jahre lang regelmäßig zu spenden. da ist schon mit 5€ viel getan. meine bitte wäre also: wenn sich jemand von euch angesprochen fühlt oder jemanden wüsste, der sich dafür interessieren könnte, dann meldet euch bitte per mail (mail adresse steht unter "impressum") und ich lass euch nähere infos zukommen. die sache liegt mir echt am herzen und bei so einer spende könnt ihr sicher sein, dass sie da ankommt, wo sie hingehört!

    also, das wars mal wieder für ein paar tage bzw. wochen :>>
    hasta luego

  • die tage plätschern dahin...

    ... und mittlerweile bin ich schon fast 4 monate hier. 1/3 der zeit ist rum. einerseits ist es ja schade, dass es so schnell rumgeht, andererseits freuts mich auch.
    mein rückflug ist schon gebucht. ich weiß sogar schon um wiviel uhr ich in frankfurt ankomme, aber ich sags euch noch nicht ;D
    in letzter zeit ist nicht so viel spektakuläres losgewesen. es hat geregnet, ich hab mein erstes päckchen bekommen (und mich so wahnsinnig darüber gefreut, dass man mich fast für verrückt erklärt hätte :)) ), mein mangobäumchen ist fast 40cm hoch, meine badesachen haben ein neues pünktchen-schimmel-design, wir haben waffeln und schoko-zimt-kuchen gebacken und auf dem baumhaus (das durch den starken regen leider kein dach mehr hat) bin ich einer vogelspinne begegnet, die aussah wie aus der zoohandlung und blaue beinunterseiten hatte. gebissen hat sie (4 mal!), aber zum glück nicht mich, sonder den stock mit dem ich sie geärgert hab.
    am 28. ist der letzte schultag und dann sind bis zum 8. februar ferien. in den 2 monaten dazwischen gibts weihnachtsvorbereitungen, reisen mit coco+freund, finca-weihnachten, silvester (hoffentlich am strand), danach nochmal reisen und schließlich 4 wochen sprachschule (ganz sicher am strand!).
    damit wär dann das spannendste am jahr vorbei und abgesehen von der woche osterferien und ein paar wochenendausflügen wird (bis auf den multiplikatorenkurs im märz) nicht mehr so viel laufen.
    das war jetzt mal ein sehr komprimierte gesamtübersicht. ich hoffe ich hab mich verständlich ausgedrückt. an dieser stelle möchte ich mich schonmal für alle nicht beantworteten mails entschuldigen. ich bin sehr faul zur zeit.
    das wars, ich hau mich jetzt noch ein bisschen in die hängematte :b

  • von der abhängigkeit...

    mittwochabend. eva sitzt am schreibtisch und will ihre mails checken. überraschung: keine internetverbindung. ok, nix neues, kann mal für ein paar stunden passieren.

    donnerstagmorgen. internet immer noch im urlaub. kein problem, eva hat ja noch ihre mittagspause.

    mittagspause. leicht genervt entdeckt eva, dass sie noch immer nicht ihre mails lesen kann.

    .
    .
    .

    samstagmorgen. absolut fassungslos über die seit über 2 tagen andauernde abgeschnittenheit vom weltgeschehen macht sich eva auf zum samstagsunterricht.

    immer noch samstagmorgen. eva kommt vom unterricht zurück. sie hat 11 mails ;D

  • wochenendurlaub

    die regenzeit ist in vollem gange und obwohl es eigentlich trotzdem recht warm ist, schlägt einem der ständige regen irgendwann aufs gemüt.
    maja kam dann vor ungefähr einer woche auf die geniale idee, übers wochenende nach quepos ans meer zu fahren. quepos ist ein kleines hafenstädtchen an der pazifikküste, ungefähr 2,5 busstunden nördlich von uns. 20 min davon entfernt leigt der berühmte nationalpark manuel antonio.

    maja, daniela, coco und ich machten uns dann am samstag morgen um 7 uhr zur bushaltestelle auf und waren schließlich gegen halb 11 in unserem zeilort angelangt. wir checkten in einem hammer genialen backpacker hostel ein, luden dort unser gepäck ab und machten uns auf zur ersten shopping tour. nach unzähligen klamotten- und souvenir-läden, legten wir eine entspannende nachdenklich-aufs-meer-starren-session ein, bevor wir uns eine eiskalte dusche im hostel gönnten.
    gegen abend machten wir uns auf nahrungssuche und knackten den absoluten jackpot. wir fanden einen italiener, der richtige pizza und echtes itlaienisches eis hatte! wir hatten eine wahnsinns freude an unseren pizzen bzw. am tomaten-mozarella salat. es gab sogar heiße schokolade und einen echt feinen espresso. für mich war aber die krönung des ganzen, dass als hintergrundmusik auf einmal ein arabisches lied aus tunesien kam!!! ich bin fast vom stuhl gekippt vor lauter freuden-rumgehampel.
    da es den leuten in costa rica anscheinend unmöglich ist, getrennte rechnungen auszustellen, brauchten wir sicher 20 minuten, um zu zahlen und unsere ladies-night fortsetzen zu können.
    es ging nämlich weiter zum cocktails trinken. oder besser zum cocktail trinken (singular), da wir um kurz vor 10 in den laden kamen und er um halb 11 zugemacht hat :( dafür bekamen wir aber auch weltklasse cocktails. ich glaub ich hab in meinem ganzen leben noch nie sowas feines getrunken. wer die bilder anschaut, kann sich die teile mal anschauen. ich hatte einen guapirina (spezialität des hauses), maja einen pina colada, daniela einen batida de coco und coco einen tequila sunrise.
    damit war der abend dann auch beendet und wir fielen um 23uhr völlig k.o. in unsere betten...

    nach einem kostenlosen, leckeren frühstück im hostel gings um 9 uhr dann mit dem bus weiter nach manuel antonio. dort erwartete uns ein extreeeeeeem paradiesischer strand mit ganz vielen kokosnüssen. ich kann nur sagen: die bilder sprechen für sich!
    gebracht hat mir der tag echt viel. viele souvenirs, viel spaß und viel sonne (heißt natürlich mal wieder sonnenbrand. aber nicht so schlimm, wie letztes mal ;D). die tierwelt war auch wunderschön, obwohl wir nicht direkt im nationalpark waren. leguane, papageien, krebse und pelikane hab ich vor die linse bekommen.

    während der busfahrt zurück zur finca haben wir dann noch 2 voll coole nasenbären gesehen (leider war mein fotoapparat nicht parat), die auf der straße rumspaziert sind. das sind echt knuffige viecher!

    fazit dieser 2 tage: voll cool!! costa rica ist der oberhammer!

  • fred

    am sonntag morgen, auf dem weg zum gottestdienst, fand ich mich erneut in einer situation wieder, in der ich mir wünschte, dass ich einen eingebauten fotoapparat hätte. da zuckelte ganz gemütlich ein faultier direkt neben der straße einen kleinen abhang hinauf. ich hätte es theoretisch streicheln können, so nah war es!
    das tier ist echt der oberhammer. bewegt sich wirklich im schildkröten-tempo und ist so faul, dass es sich nicht mal putzt und algen im fell hatte. naja und wie ein langzeiter so schön bemerkte, weckt das gesicht eines faultieres bei weiblich geschöpfen muttergefühle. als das viech sich dann endlich mal direkt zu uns umdrehte, hab ich gewusst, was er meint. der haarschnitt sieht beatles-mäßig aus, über die augen geht ein schwarzer streifen á la zorro und der gesichtsausdruck ist einfach nur noch knuffig. echt süß.
    stinken tut es aber trotzdem :>>

    ich weiß jetzt auch, dass die riesen-leguane von der laguna leibend gern auf bäume klettern. die liegen dann irgendwo ganz oben in der krone und versuchen auf den dünnsten ast zu klettern ohne runterzufallen. sehr witzig zu beobachten.

    letzte woche war auf der finca übrigens ein repräsentanten-treffen. vom abschluss-essen hab ich zwar bilder gemacht, aber die lad ich jetzt nicht hoch, weil das coco demnächst sicher machen wird ;D
    sie wird dann auch noch ganz viele genaue infos zu der arbeit hier zur verfügung stellen. find ich super, weil ich viel zu faul wär einen so langen blogeintrag zu machen.

    das wars mal wieder mit neuigkeiten. ich hoffe ihr habt alle einen schönen herbst :))

  • mein freund...

    ...heißt rüdiger.
    und er kann nicht richtig brüllen. er brachte bei unserer ersten begegnung heute nur eine art grunzen zu stande. und weil ich ihm zeigen wollte, wie man richtig brüllt, bin ich jetzt leicht heiser. nach einer knappen stunde hab ich dann aufgegeben. er wusste meine bemühungen nicht mal zu schätzen und hat mich nur aus 10 meter entfernung dumm angeglotzt. respekt muss ich ihm auch noch ein bisschen beibringen, denn obwohl er anfangs noch ganz brav auf seinem ast saß, hat er sich gegen ende nur noch kopfüber an seinem schwanz vom nächsten ast baumeln lassen. witzig sah das ja schon aus, aber irgendwie hatte ich das gefühl, dass er mich nicht ernst genommen hat.
    es war aber auch sehr verwunderlich, dass er allein war, denn normal treten typen, wie er, nur in rudeln auf. vielleicht ist er wegen seiner brüllbehinderung rausgeflogen.
    da er sich in der ganzen zeit einfach nicht dazu entschließen konnte näher zu kommen, bin ich dann einfach gegangen. und als ich die leiter vom baumhaus hinunterkletterte hat er mir ganz traurig hinterhergegrunzt. vielleicht mag er mich ja doch und ist das nächste mal wieder da ;D

    leider hatte ich meinen foto nicht dabei, sonst hätte ich an dieser stelle ein wunderschönes portrait-foto von meinem seelenverwandten (ausgewachsenen) brülläffchen reinstellen können.

  • 3. oktober

    tag der deutschen einheit.
    das hätte ich komplett verpennt, wenn die schweizer hier nicht gefunden hätten, dass man den deutschen nationalfeiertag mindestens genauso groß feiern müsste, wie den schweizerischen.
    also wurde der comedor geschmückt und kartoffeln geschält (nicht von mir).
    zum abendessen gabs dann kartoffelsalat und bratwürstchen. das war echt lecker! danach gabs ein paar kleine reden und eine märchenstunde und schließlich wurde der abend mit kokoskuchen und abwaschen beendet. die deutsche nationalhymne wurde leider nicht gesungen. ich glaub das war das erste mal, dass ich den 3. oktober so gefeiert hab und da es nicht wirklich superoberhammermegacool war, wärs nicht schlimm, wenn es auch das einzige mal bleiben würde ;D
    ich wander ja eh mal aus.

    das letzte bild im album hat rein gar nichts mit dem erwähnten "fest" zu tun. gestern war ich in der laguna und während ich da so lustig rumgeschwommen bin, taucht neben mir auf einmal eine schildkröte auf. das war ja schon mega, aber das hatte ich ja schonmal. als zweites highlight konnte ich dann noch 2 von der gattung, die am ufer lagen, aus nächster nähe betrachten. sind wirklich sehr faszinierende tiere!
    der oberhammes war dann aber, als ich einen rieeeeesigen leguan (geschätzte 50cm) am andern ufer auf einem stein sitzten sah. und der war nicht einfach grün, sondern hatte rote stacheln. ich wär vor lauter staunen fast untergegangen. und dann, plopp, war noch ein leguan da und die beiden haben sich mega angestresst. natürlich in leguantempo, mit einer geschwindigkeit von 2cm/min.
    und als ich an den 2 dinos vorbeigeschwommen war, steckte eine giftgrüne wasserschlange in ca. 30cm entfernung von mir ihren kopf aus dem wasser. da war dann bei mir der punkt erreicht, an dem ich mit doppleter geschwindigkeit zur leiter zurückgeschwommen bin.

  • fincarundgang

    ich weiß, ich hab erst vor ein paar stunden gebloggt, aber das muss jetzt einfach noch sein. in deutschland ist es im moment schon oktober, bei mir ist es noch september.
    find ich lustig.
    vergangene woche habe ich endlich meinen schon lang gefassten plan verwirklicht und einen fincarundgang gemacht. mit fotoapparat. "wie langweilig. so ein album gibts doch schon."
    ich weiß.
    deswegen hab ich ja auch videos gemacht. und zwar gleich 13 stück. das längste ist etwas über 4 minuten lang, im durchschnitt gehen sie 2.
    wer findet, dass ich einen bereich zu kurz oder zu ungenau dokumentiert habe, kann sich gerne melden, dann gibts ein remake.

    alsooo, hier die playlist:

    1. eingang des bewohnten fincabereiches

    2. der comedoreingang (speisesaal)

    3. restlicher comedor und postfächer

    4. die waschküche und "bananenlager"

    5. die äußere umgebung des kurzzeiter-hauses in dem ich wohne

    6. und natürlich auch das innere davon

    7. mein zimmer hat ein eigenes video verdient

    8. die pulpi (fincalädele) und pc-raum

    9. die schon vom letzten video bekannte laguna

    10. die aulas setzen sich aus einem großen raum mit fernseher, einer kleinen bibliothek und dem raum der stille zusammen, die alle zu klassenzimmern umfunktioniert sind.

    11. das eigentliche schulgebäude, in dem die klassen 1, 3 und 5 untergebracht sind

    12. einige wohngebäude auf der anderen seite der laguna

    13. und schließlich noch der rest

    ich wünsche euch viel spaß beim filmchen schauen. danach kann sich sicher jeder viel besser vorstellen, wie ich hier so lebe.

    *feel free to comment*

  • térraba

    das ist der name des indianerreservats, etwa 2 stunden südlich der finca. letzten donnerstag brach eine missionarsfamilie mit allen größeren jungs dorthin auf, um dem pastor der dortigen gemeinde beim bau eine ranchos zu helfen. ein rancho ist einfach eine hütte aus baumstämmen und einem mit palmblättern gedeckten dach. wir kurzzeiter hatten die möglichkeit am samstag mit einer anderen familie auch dorthin zu fahren und uns das reservat mal anzuschauen.
    so eine gelegenheit ergreift man da natürlich beim schopf, zieht sich hosen an, die übers knie gehen, packt anti-mücken-spray und deo ein und fährt morgens um 6 los. reiseproviant hatten wir genügend dabei. eine ganze bananenstaude. gefrühstückt wurde in buenos aires, einem kleinen städchen in dem es unglaublich viele trucker gibt.
    im reservat angekommen hab ich am anfang immer darauf gewartet mal von der schotterstraße auf die hauptstraße zu kommen. naja, es war die hauptstraße! daniela hatte uns vorgewarnt und uns erzählt, dass es dort oft unglaublich schifft. davon haben wir allerdings nicht viel gemerkt, weil es ja zur zeit so ungewöhnlich trocken im land ist und dadurch an diesem samstag im reservat sehr warm war. obwohl... das stimmt nicht ganz. es war nicht "sehr warm". es war ungaublich, abnormal, affenheiß! ich glaub ich war noch nie in einer sauna, die so heiß war. von 10 bis 12.30uhr bin ich reglos an einer stelle im schatten gesessen und mir ist es runtergelaufen, wie wenn ich bei einem marathon mitgemacht hätte. mit genug wasser ist das ja theoretisch halb so schlimm, aber wenn dann das wasser ausgeht und man sich bewegen müsste, um in der nächsten pulpi (von denen es in dem mini örtchen ca. 10 gibt) wasser zu kaufen, ist das nicht mehr so toll.
    aber ich verlier mich in den negativen aspekten des tages. der bau des ranchos war mega interessant. als wir ankamen war das grundgerüst schon fertig und man wollte mit dem dachdecken anfangen. dazu brauchts eigentlich gar nicht viel. nur sehr viel schnur und ca. 800 palmblätter. dazu genug helfer und einen hauptverantwortlich, der den durchblick hat, welche blätter wie rum angebunden werden müssen.
    während also die männer versuchten sich auf eine blätter-anbinde-richtung zu einigen, erfüllten wir weiblichen geschöpfe unsere pflicht und kochten das mittagessen :yes: das war richtig cool. bei unserer ankunft hatte ich nur reis, bohnen, kartoffeln und tomaten entdeckt. es gab aber viel mehr zu essen. gekocht wurde über dem offenen feuer. hier nun das menue:
    - gekochte grüne bananen
    - gekochte kartoffeln
    - salat aus senfblättern, paprika, tomaten, limonensaft und oben genannten bananen
    - nudeln mit sehr leckerer tomatensoße
    - reis und frijoles (bohnen) natürlich

    nach so vielen kohlenhydraten waren die männer dann bereit ihre arbeit fortzusetzen und wir mädels machten uns auf, um die shoppingmöglichkeiten auszukundschaften. bei einer kunsthandwerkerin neben einem bambushain wurden wir fündig. die zeigte uns dann ihre holzdrucke, ketten und ohrringe aus samen, holz und fischschuppen, sowie die werke einem ihrer 4 söhne. wieder draußen gabs noch eine bambus-foto-session und schließlich kamen wir nach guten 2,5 stunden etwas ermattet wieder zum rancho zurück. hier hatten inzwischen alle arbeiter ihre arbeit nicht vollendet, aber beendet. als kleinen sanck gabs noch enpanadas mit würstchen, um kohlenhydrat-mangelerscheinungen vorzubeugen, und als letzter programmpunkt stand um 19 uhr noch ein gottesdienst auf dem plan. da unter den bauhelfern auch die jungs aus der fincaeigenen band waren, wurde der musikalische teil durch e-bass, e-gitarre, schlagzeug und keyboard verstärkt. die predigt war echt super. mittlerweile kann ich dem roten faden sogar einigermaßen folgen.

    völlig fertig und duschbedürftig waren wir dann zwischen 23 und 0 uhr wieder auf der finca und freuten uns über warmes fließendes wasser und unser weiches bettchen. seit diesem tag weiß ich die laguna auf der finca noch mehr zu schätzen, da es echt genial ist einfach mal kurz ins wasser hüpfen zu können, wenn man lust hat.

  • sonne, meer und kriminalpolizei...

    es war mal wieder was los bei mir. und zwar richtig.

    dienstag:
    wir hatten mal wieder einen freien tag, diesesmal wegen dem costaricanischen nationalfeiertag. zwecks hautfarbenanpassung hatten wir den beschluss gefasst an den strand zu gehen. also machten wir uns gegen 7 uhr morgens auf den ca. 30 minütigen weg zur nächsten bushaltestelle und hofften, dass der bus richtung dominical am feiertag auch fahren würde. "wir" waren diesesmal sieben kurzzeiter ohne irgendjemand von den missionaren. das wetter war an diesem tag wirklich was besonderes. man bedenke, dass um diese jahreszeit normalerweise regenzeit ist und es von morgens bis abends wie aus kübeln schütten sollte. der tag war aber nicht nur sehr trocken, sondern noch sehr viel heißer. es war so unglaublich heiß, dass schon allein das blinzeln zu schweißausbrüchen geführt hat.
    geschätzte 2 stunden später, also um 9, waren wir da und ich war echt geplättet. dieses kleine kaff ist voll der aussteiger und surfer ort. mega cool. der stand ist echt breit, die palmen haben kokosnüsse und die wellen sind irre hoch. es war so perfekt da, dass ich kaum zeit hatte zum bilder machen :P ich hoffe, dass ihr mir das verzeiht.
    daniela hat als erstes 2 kokosnüsse geholt und wir haben sie zu zweit angefangen zu schälen. für alle, die es nicht wissen: die teile fallen nicht so von der palme, wie man sie im laden kaufen kann. sie haben noch eine recht dicke faserige schale um die harte schale. als werkzeug dienten uns steine. es war echt mega toll zu den ursprüngen der menschheit zurückzukehren :>> als ich meine schale erfolgreich zerfetzt hatte, wurde ein taschenmesser zur hilfe genommen und 2 der 3 löcher sorgfältig aufgebohrt. die kokosmilch, die da rauskam hat echt alles übertroffen, was ich je schonmal in richtung kokosgeschmack im mund hatte. getoppt wurde es dann aber durch das fruchtfleisch. leider fehlen mir die worte, um das treffend zu beschreiben, aber es war echt fantastisch.
    da es an dem strand ziemlich viele extreeeeeeem coole (achtung: ironie) amis gibt, die einen auf oberchecker und surfer machen, konnte ich mich mit allen auf englisch verständigen. das war mal echt ein gutes gefühl wieder mit anderen menschen, die nicht auf der finca wohnen, kommunizieren zu können! wir haben in einem surferschuppen mittaggegessen und sind dann mit souvenirs, sand in der hose und ich natürlich mit übelstem sonnenbrand, mit dem bus wieder zurückgefahren.

    mittwoch:
    manche kennen wahrscheinlich die regelung einiger länder, dass man nur ein 3-monats-visum bekommt, nach dieser zeit für 72 stunden ausreisen muss und dann wieder dieses kurz-visum bekommt. das hätte im normalfall auch für mich gegolten. da die costaricanische regierung aber die angewohnheit hat unglaublich gern und oft alle möglichen gesetzte zu ändern, ist es möglich ein 1-jahres-visum zu beatragen. dazu braucht man auch gar nicht viel. das wichtigste ist ein polizeiliches führungszeignis, das von einer deutschen behörde überbeglaubigt und von der costaricanischen botschaft in berlin nochmal beglaubigt ist. dazu wird noch eine internationale (keine normale natürlich) geburtsurkunde mit dem gleichen beglaubigungskram verlangt. einfach, gell!
    und damit es eben nicht zu einfach wird, darf man noch (in unserem fall um 4.50 uhr morgens) nach san josé zur kriminalpolizei fahren und seine fingerabdrücke von allen 10 fingern dalassen. dabei werden dann gleich noch soviel daten von einem aufgenommen, wie möglich. dazu gehören z.b. dinge wie tattoos, links- oder rechtshänder, größe, gewicht, augenfarbe, schulbildung, narben, farbe des hauses in dem man wohnt und so weiter. extrem relevant für ein jahresvisum...
    damit wir diese prozedur nicht alleine druchmachen mussten, wurde uns der finca-anwalt tellini zur seite gestellt. dieser wirklich sehr nette herr (achtung: keine ironie) beschützte uns nicht nur vor aufdringlichen latinos, sondern brachte uns auch zu einem fotoladen, in dem ich passfotos machen lassen musste. ich hab wirklich NOCH NIE so unscharfe und hässliche bilder von mir gesehen.
    jedenfalls waren wir so gegen 10 oder 11 durch den bürokratie salat durch und gingen shoppen :yes:
    zu fünft in ein taxi gequetscht ließen wir uns zum casona kutschieren (gleicher laden, wie beim ersten san josé besuch) und kauften uns wundertolle hängematten für umgerechnet 15€.

    freitag:
    am abend dieses tages fand die abschiedsfeier für melli und steffi, die ihren kurzzeiteinsatz jetzt beendet haben, statt. verbunden wurde die feier mit dem erntedank, was hier eigentlich immer gefeiert werden könnte, weil es nie nichts zu ernten gibt. wir als lernhelfer hatten mit unseren schülern ein paar kleine sachen, wie sketche und lieder, einstudiert und übernahmen somit den hauptteil des abends. im großen und ganzen wars ein netter abend und ich war um die unmenschliche uhrzeit 22.15 im bett. hier ist es halt so, dass ich um spätestens 9 im bett bin und vor 5 wieder aufstehen kann. das wetter macht einen echt fertig. vor allem ist es so stressig, weil es morgens angenehm, mittags unerträglich heiß und abends arschkalt ist.

    abgesehen von diesen 3 ereignissen ist alles wie immer. die kinder haben jetzt eine woche ferien und ich hab ein bisschen mehr zeit zum rumgammeln, weil ich die 7 arbeitsstunden am tag zum unterricht vorbereiten nutzen kann/soll/darf. das heißt, ich werd mal wieder meine mails beantworten ;D
    es muss übrigens niemand auf die schüler hier neidisch wegen den ferien sein. bei denen ist es nämlich so, dass das schuljahr im februar beginnt, sie jeweils eine woche an ostern, im juli und eben jetzt ferien haben und sonst durchgehend schule ist. abgesehen natürlich von den ständigen feiertagen und den 2-monatigen(!!) großen ferien im dezember/januar. die nutzen die missionare häufig um in den heimataufenthalt zu gehen.

    so, das wars mal wieder. ich wünsch meinen wenigen treuen lesern einen schönen herbst und eine gute zeit!

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